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RSS-Feeds (bibliothekarisch) nutzen

RSS steht für „really simple syndication“ und ermöglicht tatsächlich eine „wirklich einfache Verbreitung“ von Inhalten. Mit Hilfe von RSS können Sie aktualisierte Inhalte einer Website (z.B. News, Blogeinträge) abonnieren. Die Bereitstellung der Daten erfolgt über sogenannte RSS-Feeds. Diese ersparen Ihnen Zeit, da Sie nicht mehr alle Websites einzeln aufrufen und nach den neusten Informationen suchen müssen.

Abonnieren Sie die RSS-Feeds, die Sie interessieren und lassen Sie sich dann die Informationen, z.B. Nachrichten, neue Einträge in einem Weblog oder Neuerwerbungen aus einem Bibliothekskatalog bzw. einer Datenbank, einfach zuschicken.

Auch in der bibliothekarischen Welt habe RSS-Feeds bereits Einzug gehalten. Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Hamburg-Harburg hat mit MyBibRSS ein Service-Angebot für Bibliotheken entwickelt, dass von anderen (PICA)-Bibliotheken nachgenutzt werden kann.

Logo zu MyBibRSS

Mit MyBibRSS lassen sich RSS-Feeds zu bestimmten Suchanfragen erstellen, so dass man, immer informiert wird, wenn die beispielsweise TUBHH neue Medien im Bereich „Katalogisierung, Bestandserschließung, Bibliothekskataloge“ anschafft. Dazu generiert man einen entsprechenden Feed (http://www.tub.tu-harburg.de/rdf/public/3e76a99b6b1480cd31e30c8fee6e8391.rss) und abonniert ihn.

Um die Daten zu lesen, benötigen Sie einen Feedreader. Darunter versteht man Programme, die RSS-Feeds einlesen und anzeigen. Teilweise sind sie direkt in den Browser (Dynamische Lesezeichen, Aktuelle Nachrichten) integriert, aber es gibt aber auch externe oder Online-Feedreader. Die Online-Angebote haben den Vorteil, dass Sie von überall aus darauf zugreifen können.

Dieser Film zeigt, wie Sie RSS-Feeds als Dynamisches Lesezeichen mit dem Firefox abonnieren können:

Möchten Sie Ihre Feeds von verschiedenen Orten immer nutzen können, bieten sich Online-Reader an.
Beispiele für solche Reader sind:

Weitere Informationen zu RSS-Feeds im bibliothekarischen Umfeld:
Lektion 04: RSS entdecken und verstehen, Bibliothek 2.009
Lektion 05: RSS in und für Bibliotheken, Bibliothek 2.009

Linkliste II

Bibliothekarische Angebote sind nicht nur in bei Twitter, Facebook und in Blogs zu finden. Bibliotheken haben bereits andere Angebote des Web2.0 für ihre Services gefunden oder entwickelt.

Social Bookmarking

LibraryThing

Verzeichnis für Bücher (privater Bibliothekskatalog)
Die Stadtbücherei Nordenham nutzt seit Oktober 2005 LibraryThing, um bis heute die Neuerwerbungen des Erwachsenenbestandes zu verzeichnen.

Die wissenschaftliche Spezialbibliothek Genderbibliothek des ZtG (HU-Berlin) erfasst seit April 2008 ihre Bücher mit LibraryThing. Die Bibliothek ist nur eine von über 5000 Organisationen, die LibraryThing nutzen.

Als sozialer Aspekt ist die Möglichkeit zu nennen, dass sich mehrere „LibraryThing-Katalogisierer“ sich in Netzwerken zusammenschließen können, als Freunde einer Bibliothek oder interessante Bibliotheken beobachten können. Außerdem ist es möglich, Rezensionen zu veröffentlichen und zu bewerten und Fremddaten nicht nur von Bibliotheks- und Buchhandelkatalogen zu übernehmen, sondern auch aus den Katalogen von Freunden zu übernehmen. Genauso kann man sehen, wer mit einem bei LibraryThing die gleichen Bücher teilt. So können weitere interessante Bibliotheken entdeckt werden.

Ein Beispiel für eine Community, die über LibraryThing hinausgehen, ist die Gruppe der Twittothekare, die nicht nur bei diesem Katalogisierungsdienst zu finden sind, sondern auch bei Twitter.

Bibsonomy

Der Bookmarking-Dienst Bibsonomy wird von der „Knowledge and Data Engineering Group“ der Universität Kassel betrieben und weiterentwickelt. Dieser Service ist Grundlage für das Projekt „Akademisches Publikationsmanagement (PUMA)“.
Auf Bibsonomy können Links als Bookmarks abgelegt werden, aber auch detaillierte bibliografische Angaben zu Zeitschriftenartikeln, Büchern usw. erfasst werden.

E-Learning-Bereiche

Für den Bereich des E-Learning bieten sich Web2.0-Medien und Tools an.

Slideshare

Präsentationen können für einen größeren Rahmen online bereitgestellt werden. Für die Weiterbildung „Entdecken des (bibliothekarischen) Web2.0“ befinden sich die Folien auch auf einem Account bei Slideshare.com. Auch andere Bibliothekare stellen hier bereits ihre Präsentationen anderen zur Verfügung, z.B.

Hapke, Thomas: Literaturverwaltung und mehr mit Citavi – Bibliothekar der UB der TU Hamburg-Harburg
Obst, Oliver: Zweigbibliothek Medizin: Service und Ressourcen – Bibliothekar der Zweigbibliothek Medizin Westfälische-Wilhelms-Universität Münster

Screencasts & Lehrfilme

Screencast sind kleine, kurze Flash-Filmchen, bei denen das Geschehen auf dem Screen (Bildschirm) abgefilmt und erklärt wird. Die Filme dienen dem Selbststudium und können ergänzend in Lehrveranstaltungen eingebaut werden.

Ein Beispiel für einen Screencast ist das Filmchen von Ursel, die ein Programm (Brizzly.com) vorstellt, mit dem man Twitter kompfortabler bedienen kann. Der Film wurde mit dem frei im Netz nutzbaren Programm Screenr erstellt. Benötigt wird nur ein Twitter-Account, um sich anzumelden.

Diese Filmchen können dann auch über Youtube geteilt werden. Die Bayerische Staatsbibliothek hat ihre E-Tutorials auch bei Youtube online gestellt und hat dort nennenwertes Aufsehen mit erregt.

Neben der BSB hat auch die TIB Hannover einen eigenen Kanal auf Youtube.

Linkliste

Web 2.0 ist Kommunikation!

Twitteraccounts

Das Microblog ist eine Form des Blogs, bei der dem Autor nur ein begrenzter Zeichensatz für seine Nachricht zur Verfügung steht, häufig zwischen 140-200 Zeichen.

Einige Beispiele für wissenschaftliche Bibliotheken auf Twitter (Stand: 14.04.2010):

(Eine Liste von Bibliothekaren und Bibliotheken, die beim bekanntesten Microblogging-Dienst Twitter aktiv sind, gibt es im LISWIKI oder beispielsweise bei Bibliothekarin @ Twitter.)

Wer twittert aus der engeren Umgebung der UBA?
@Mensasanierung – Studentenwerk der Uni Augsburg zur Mensasanierung
imb_Augsburg – Institut für Medien und Bildungstechnologie der Universität Augsburg
sturawiwi – Studentenrat der Wirtschaftwissenschaft duer Universität Augsburg

Weitere Informationen zu Twitter in Bibliotheken:
Wie Zwitschern die Bibliotheken, Zukunftswerkstatt, 05.08.2009

Facebook-Fanpages

Facebook lässt sich am besten in Facebook präsentieren. Für die Innensicht gibt es den Account: Versuch Bibliothek und die dazugehörige Fanpage Learning Librarians.

Fanseiten – sichtbar in der Timeline der Facebook-Nutzer.
Offizielle Beispiele:
Universitätsbiblitohek Dortmund auf Facebook (Fanseite), Stand: 189 Fans
TIB/UB Hannover auf Facebook (Fanseite), Stand: 173 Fans

Facebook-Gruppen – nicht sichtbar – bedarf aktivem Aufsuchen durch Mitglied:
Inoffizielles Beispiel:
Auch die UBA ist auf Facebook in einer inoffiziellen Gruppe vertreten, d.h. wir sind schon da. Jetzt ist die Frage, wie reagieren wir oder können wir reagieren?

Facebook-Gruppe:
UB Augsburg. Flüsterleise!

Bibliotheksblogs

Blog der UB Konstanz: http://www.ub.uni-konstanz.de/ – Beispiel für einen Beitrag mit Kommentaren – Web2.0-Element fast unsichtbar in die Homepage der Bibliothek integriert

Blog der Staats und Universitätsbibliothek sowie der angeschlossenen Fachbibliotheken in Hamburg – http://www.sub.uni-hamburg.de/blog/ – Blog deutlich getrennt von der Homepage, aber vom Design her gut integriert.

Blog der SLUB Dresden : http://blog.slub-dresden.de/ – Gutes Beispiel für transparenten Umgang auch mit Kritik

Informationen aus der UFB Erfurt/Gotha – http://ufbinformation.wordpress.com/ – deutlich erkennbares Blog als zusätzliches Angebot der Bibliothek

Was sollte man nicht machen

Warum scheitert man im Web 2.0?

1: Dabei sein, weil alle dabei sind!
Social Media kostet Zeit, bedarf einer klaren Vorstellung was geht und was nicht. Daher sollten Ziele definiert sein.
Warum nehmen wir am Social Web teil?
Wie viele Leser wollen wir erreichen?
Wieviel Zeit nehmen wir uns dafür?
Wann stimmt für uns das Ergebnis und wann nicht?

2: Jeder darf alles!
Je mehr mitmachen, desto geringer ist der Zeitaufwand für jeden anderen. Doch je mehr mitmachen, desto deutlicher sollten Zuständigkeiten (thematisch, organisatorisch) und Themen gelärt sein.
Wer schreibt worüber? (Themen)
Gibt es eine redaktionelle Kontrolle? (Endfreischaltung, Kommentare)
Wer betreut welche Plattform? (Blog, Facebook, Twitter)
Welcher Stil sollte gewählt werden? (Du, Sie aber persönlich, Sie)
Was ist das Hauptziel dieser Aktivität? (Was wollen wir als Bibliothek im Web 2.0 erreichen?)

3: Zögern
Social Media ziehen Massen an, d.h. ein Großteil unserer Nutzer befindet sich bereits im Web 2.0.
Erfahrungen mit Web 2.0 kann man nur durch Aktivitäten sammeln. Viele Bibliotheken wagen bereits erste Schritte im Social Web. (Bspw.: Bibliotheken mit Weblogs, bei Facebook oder Twitter).

4: Werbung
Es ist kostenlos oder vergleichsweise billig, unsere Bibliothek so positiv zu präsentieren. Web 2.0-Angebote könnten so leicht Flyer oder Informationsbroschüren ersetzen.
–> Social Media ist ein zusätzliches Instrument, Informationen zu plazieren. Viele Angebote dienen aber auch einer schnellen, hürdenfreieren Kommunikation mit unseren Nutzern.

5: Zu komplizierter Workflow
Zu viele Regeln und zu viele Sicherheiten hemmt. Es schreckt interessierte Kollegen ab, sich an den Social-Media-Angeboten der Bibliothek zu beteiligen. Langwierige, schlecht beschriebene und organisierte Freigabeprozesse und zu komplexe Workflows lassen solche Angebote scheitern. Vorteile wie Schnelligkeit und Spontanität können so nicht genutzt werden, zählen aber zu den wichtigsten Zutaten. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie im Sinne der Bibliothek schreiben, geben Sie ihnen ggf. „Social-Media“- Richtlinien vor.

6: Unterschätzung des Aufwands
Social Media erledigt sich nicht von selbst, sondern muss jeden Tag neu gelebt werden. Daher ist es wichtig, sich genaue Gedanken zu machen, wie man das Ganze angeht. Je mehr Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen der Bibliothek gewonnen werden können, etwas Zeit in der Woche dafür zu opfern, desto interessanter wird das Angebot, desto mehr „Nachrichten“ gibt es, desto besser wird das Angebot auch wahrgenommen.

7: Rechtsproblematiken im Web
Urheberrechte sind ein großes Problem im Netz. Schnell kann es hier zu Streitigkeiten geben. Klären Sie daher in regelmäßigen Abständen Ihre Autoren auf, was erlaubt ist. Eigens erstellte Bilder, Audio-Dateien und Videos, die das Angebot der Social Media aufpeppen stellen in den meisten Fällen kein Problem da. Sollte auf externe Angebote zurückgegriffen werden, z.B. Fotos von Flickr oder Videos, so sollten Sie auf freie Lizenzen zurückgreifen. Um ganz sicher zu gehen, sollte darauf geachtet werden, dass eine kommerzielle Nutzung erlaubt ist.

8: Gleich juristisch werden…
Wenn Probleme auftauchen – jemand schreibt überkritisch über die Bibliothek, verdreht Tatsachen – nicht sofort mit dem Rechtsanwalt drohen. Die Web2.0-Gemeinde unterstützt fast automatisch den scheinbar „Schwächeren“ und das wäre in diesem Fall nicht die Bibliothek. Nehmen Sie Kontakt auf oder schreiben Sie Ihre eigene Sicht der Dinge.

9: Monologisieren
Durch die einfache Nutzbarkeit gestaltet sich eine Kommunikation auf elektronischem Wege wesentlich einfacher. Ein-Weg-Angebote werden daher schnell abgelehnt, da unsere Nutzer im Web 2.0 zumindest die Möglichkeit haben möchten, mit uns in Interaktion zu treten. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein unverkennbarer Vorteil ist: Bibliotheken können so auf schnellem Wege erfahren, wo Schwächen oder Stärken bestehen, und in einacher Weise darauf reagieren.

10: Themenwahl und Ton
Weltbewegende oder hypertolle Neuigkeiten gibt es nicht so oft im Bereich von Bibliotheken. Darauf warten unsere Nutzer nicht. Sie möchten, wenn Sie den Angeboten der Bibliothek im Web 2.0 folgen über „Aktuelles“ auf dem Laufenden gehalten werden. Wählen Sie dabei einen Stil, der nicht anbiedernd ist, d.h. seriös klingt, aber auch nicht zu distanziert wirkt. Autoren sollten auch keine Angst haben, als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Ihr persönlicher Stil ist der größte Vorteil, der Bibliotheken im Social Web erfolgreich sein lässt.

11: Fehlende Transparenz
Gehen Sie offen mit Kritik um. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, sondern sehen Sie es als Chance, den Service Ihrer Bibliothek zu verbessern. Sie werden mit der Zeit feststellen, dass Sie so auch Lob erhalten. Schönen Sie nichts und seien Sie ehrlich in dem Rahmen, der Ihnen gegeben wurde. Zeigen Sie sich gesprächsbereit. Viele Probleme entspringen häufig missverständnissen.

12: Zu hohe Erwartungen
Im Social Web baut man eine Community auf. Man ist ein Teil des Ganzen. Sie sollten Zeit einplanen. Stellen Sie sich realistische Ziele und machen Sie sich klar, dass der Aufbau einer „Community“ (regelmäßige Leserschaft) wie auch im normalen Leben nicht von heute auf morgen funktioniert. Ein realistisches Ziel – je nach Benutzerzahlen – könnte sein, nach Ablauf eines Jahres 100 bis 150 regelmäßige Leser zu haben. Dies bedeutet für uns, dass wir Geduld haben und kontinuierlich arbeiten müssen.

13: Angst vor Fehlern
Niemand macht gerne Fehler, gerade wenn diese in der Öffentlichkeit passieren, aber die Angst davor sorgt dafür, dass man es ganz sein lässt oder mit angezogener Handbremse fährt. Wenn Sie Fehler machen, dann sollte offen damit umgegangen werden. Fehler können im Web 2.0 verziehen werden. Stehen Sie also dazu. Auch Sie lernen ständig dazu.

Erarbeitet auf Grundlage von:
Pitz, Bernd : Web 2.0: Die größten Fehler der Unternehmen im Mitmachnetz, that’s publishing, 04.04.2010